Kennst du das Gefühl, wenn du Stunde um Stunde auf der Baustelle alles gibst – und am Monatsende trotzdem kaum zurückbleibt, was sich lohnt? Als Selbstständiger trägst du nicht nur Werkzeug, sondern die volle wirtschaftliche Verantwortung für deinen Betrieb. 

Dein Lohn muss mehr sichern als nur die Zeit auf der Baustelle – er ist dein Schlüssel zur Rentabilität. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du als selbstständiger Handwerker deinen Stundenlohn realistisch kalkulierst, worauf es bei Kosten, Steuern und Rücklagen ankommt – und wie du mit einer klaren Struktur wirtschaftlich sicher aufgestellt bist.

  • Ein fairer Stundenlohn muss alle betrieblichen Kosten, Risiken und deinen Gewinn abdecken: Selbstständige Handwerker müssen deutlich über dem Bruttolohn eines Angestellten kalkulieren, um Investitionen, Ausfälle und Altersvorsorge abzusichern und wirtschaftlich bestehen zu können.
  • Eine fundierte Stundensatzkalkulation basiert auf konkreten Kosten, realistischer Auslastung und regelmäßiger Nachkalkulation: Nur wer seinen Selbstkostenpreis kennt, Fixkosten sauber erfasst und fakturierbare Arbeitszeit korrekt einschätzt, erzielt tragfähige Preise und langfristige Rentabilität.
  • Dokumentation und rechtssichere Abrechnung sind entscheidend für den Vergütungsanspruch: Ohne schriftliche Vereinbarungen, vollständige Stundenzettel und die Einhaltung der VOB/B drohen Honorarverluste – sauberer Nachweis schützt vor Kürzungen und sichert den Cashflow.

Was ist ein fairer Stundenlohn für selbstständige Handwerker?

Ein fair kalkulierter Stundenlohn liegt deutlich über deinem reinen Zeitaufwand. Warum? Weil du nicht nur Leistung, sondern auch Verantwortung trägst. Als selbstständiger Handwerker sicherst du aus deinem Stundensatz heraus die gesamte wirtschaftliche Tragfähigkeit deines Betriebs.

Das heißt konkret: Dein Stundenlohn muss sämtliche laufenden Ausgaben, Steuern und Rücklagen tragen. Er muss dein Risiko abbilden und Luft für Investitionen lassen. Nur so erreichst du eine faire Vergütung, die dich langfristig trägt.

Angestellte haben mit dem Mindestlohn eine klare Grenze. Für dich gilt das nicht. Du kalkulierst selbst – und sorgst damit auch selbst für Sicherheit. Das sollte dir deine Handwerksleistung wert sein.

Ein Stundensatzvergleich zeigt den Unterschied: Ein angestellter Dachdecker-Geselle erhält durchschnittlich 16,60 Euro brutto pro Stunde. Für dich als Selbstständiger reicht das bei Weitem nicht. Du brauchst einen deutlich höheren Satz – oft das Zwei- bis Dreifache – um tragfähig zu wirtschaften.

Wichtig ist die Trennung zwischen Brutto und dem, was dir am Ende wirklich bleibt. Dafür musst du deinen Selbstkostenpreis kennen. Er ist die Basis jeder Kalkulation.

Eine tragfähige Vergütungsstruktur berücksichtigt immer folgende Bestandteile:

  • Eigenes Arbeitszeitentgelt
  • Fix- und Betriebskosten
  • Steuern und Sozialabgaben
  • Rücklagen für Investitionen und Ausfallzeiten
  • Gewinnanteil für deinen unternehmerischen Einsatz

Wie kalkulierst du als selbstständiger Handwerker deinen Stundenlohn richtig?

Stundensätze rechnest du nicht aus dem Bauch heraus. Die Stundensatz-Kalkulation beginnt mit einer klaren Bilanz deiner unternehmerischen Kosten. Ohne diese Basis wird jeder Angebotspreis zum Risiko für deinen Betrieb. Erfasse alle Ausgaben, die regelmäßig oder projektbezogen anfallen. Dazu zählen:

  • Kosten für Fahrzeuge, Maschinen und Werkzeuge
  • Softwarelizenzen und IT-Systeme
  • Versicherungen, Buchhaltung und Verwaltung
  • Akquise, Weiterbildung und Branchenpflichten

Diese Übersicht macht deine Preisgestaltung als Selbstständiger belastbar und hilft dir, wirtschaftliche Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen. Ein realistischer Richtwert liegt bei 1.200 produktiven Arbeitsstunden pro Jahr. Urlaubszeiten, Krankheit, Angebote schreiben oder Projektkoordination sind hier schon abgezogen. Diese Zahl bringt Struktur in deine Handwerker-Finanzen.

Plane zusätzlich einen Gewinnzuschlag von mindestens 10 bis 20 Prozent ein. Nicht als Luxus, sondern als Teil deiner betriebswirtschaftlichen Planung. Nur so hast du Handlungsspielraum für Investitionen und Liquiditätsreserven.

Rechne dann ganz klar: Gesamtkosten plus Zielgewinn, geteilt durch deine fakturierbaren Jahresstunden. Das ergibt den Stundenlohn, der deinen Betrieb langfristig trägt und marktgerecht positioniert.

Warum du deine Fixkosten genau kennen musst

Ob du auf Vollauslastung arbeitest oder auf Folgeaufträge wartest: Fixkosten laufen immer weiter. Genau hier liegt das Risiko. Wenn du nicht weißt, welche Betriebskosten regelmäßig anfallen, gerät deine Kalkulation schnell ins Rutschen. Du gibst Angebote ab, die unter deiner Preisuntergrenze liegen, weil du nur die direkten Kosten siehst – aber die festen Ausgaben unberücksichtigt bleiben.

Zu den wichtigsten Kostenarten gehören zum Beispiel:

  • Miete für Werkstatt, Lager oder Büro
  • Versicherungen wie Betriebshaftpflicht oder Fahrzeugschutz
  • Leasingraten für Transporter, Maschinen oder IT-Ausstattung

Eine detaillierte Kostenanalyse im Handwerk zeigt dir, ob dein Stundensatz tragfähig ist. Denn erst wenn du deine Fixkosten sicher beziffern kannst, lässt sich realistisch planen – mit Puffer für Ertrag und Notfälle. So legst du eine Gewinnmarge fest, die deine Leistung auch wirtschaftlich absichert.

Sozialabgaben, Steuern, Rücklagen: Diese Faktoren treiben deinen Stundensatz

Was oft unterschätzt wird: Als Selbstständiger hilft dir bei Altersvorsorge, Krankenversicherung und Ausfallzeiten kein Arbeitgeber. Alles, was du nicht selbst vorsiehst, trifft direkt deinen Gewinn. Und das kann schnell eng werden.

Ab einem Einkommen jenseits des Grundfreibetrags von 12.348 Euro (Stand 2026) steigt deine Steuerlast. Damit sie dich nicht unvorbereitet trifft, musst du sie von Anfang an in deinen kalkulierten Stundensatz einkalkulieren.

Auch bei der Krankenversicherung bist du voll verantwortlich. Je nach Einkommen gelten zwar Grenzen, die Beitragshöhe bleibt aber auch bei niedrigem Verdienst spürbar. Gerade in auftragsschwachen Monaten kann das dein Cashflow belasten.

Ohne Rücklagen gerätst du bei Krankheit oder Auftragseinbruch ins Schleudern. Dein Stundenlohn sollte deshalb auch diese Risiken absichern – sonst wird’s schnell gefährlich.

Behalte deshalb immer folgende Punkte im Blick:

  • Vorsorgeaufwand für Rente, Pflege und Krankenversicherung
  • Voraussichtliche Steuerlast ab dem ersten Euro über dem Freibetrag
  • Ausreichende Rücklagen für Projektlücken, Krankheiten oder Investitionen

Ein realistischer Risikozuschlag hilft dir, handlungsfähig zu bleiben. So sicherst du den Betrieb nicht nur heute, sondern auch morgen – planbar, ruhig und ohne böse Überraschungen.

Stundenlohn für selbstständige Handwerker: Kalkulation auf Stundenbasis oder Paketpreis – Was rechnet sich besser?

Die Wahl des passenden Kalkulationsmodells entscheidet oft über den wirtschaftlichen Erfolg deines Projekts. Die Stundenlohnabrechnung bringt klare Nachvollziehbarkeit mit sich – Auftraggeber sehen exakt, wofür sie zahlen. Gleichzeitig verlangt sie eine lückenlose Dokumentation jedes einzelnen Arbeitsschritts. Ohne eindeutige Nachweise gerät dein Angebotspreis schnell unter Druck.

Ein Pauschalpreis dagegen schafft Planungssicherheit. Doch je unklarer die Vorleistungen sind, desto größer ist dein Risiko. Zusätzlicher Aufwand, etwa bei unerwarteten Bodenverhältnissen oder Planungsfehlern, bleibt an dir hängen.

Merke:

  • Stundenabrechnung: Höchste Transparenz, aufwendige Nachweisführung
  • Pauschalpreis: Klare Summe, aber Risiko bei Nachträgen
  • Mischkalkulation: Paket für die Kernleistung, Stundenlohn für Zusatzaufwand

So kannst du eine realistische Preisstrategie entwickeln, die Absicherung und Flexibilität schafft. Besonders bei komplexeren Bauvorhaben ist die Mischkalkulation oft die wirtschaftlich sinnvollste Lösung. Sie senkt dein Ausfallrisiko und sorgt für Klarheit auf beiden Seiten. So bleibt der Angebotspreis stabil – auch wenn sich die Anforderungen im Laufe des Projekts verändern.

Welches Kalkulationsmodell ideal passt, hängt unter anderem vom Projektumfang, dem Detailgrad der Planung und den Erfahrungen mit dem Auftraggeber ab. Mit einer verlässlichen Struktur sicherst du nicht nur deinen Ertrag, sondern auch den Ablauf auf der Baustelle.

Unser Magazin

Alles, was du wissen musst, findest du in unserem VOB-Magazin

Marktpreise verstehen: Orientierungswerte in verschiedenen Gewerken

Für die eigene Preisgestaltung taugt der gesetzliche Mindestlohn nicht als Maßstab. Ab 2026 liegt er bei 13,90 Euro, wirtschaftlich tragfähig ist das für einen selbstständigen Handwerksbetrieb aber nicht. Schon die Handwerkslöhne für angestellte Fachkräfte liegen deutlich darüber.

Ein Blick ins Malerhandwerk zeigt die Differenz: Angestellte verdienen tariflich mindestens 16,13 Euro je Stunde. Üblich sind für selbstständige Betriebe in diesem Bereich aber Stundenpreise zwischen 90 und 120 Euro. 

Die Marktanalyse macht klar, wie stark das Vergütungsniveau auseinandergeht. Ohne diesen Abstand lässt sich kein Betrieb wirtschaftlich führen – weder mit Blick auf Fixkosten noch mit Perspektive auf Gewinnerzielung.

Noch markanter wird der Branchenvergleich in der Glas- und Fassadenreinigung. Hier liegt der Mindestlohn bei 18,40 Euro. Wer in diesem Gewerk konkurrenzfähig sein will, muss seinen Wettbewerbspreis entsprechend deutlich höher ansetzen. Das zeigt: Jede Branche bringt ihren eigenen Marktwert mit. Eine Pauschale gibt es nicht.

Merke:

  • Gesetzlicher Mindestlohn: ab 2026 bei 13,90 Euro
  • Mindestlohn Maler: 16,13 Euro / Stundenpreis selbstständig: 85–120 Euro
  • Mindestlohn Glas- und Fassadenreinigung: 18,40 Euro

Der Zielwert als selbstständiger Handwerker für deinen Stundenlohn sollte mindestens 300 bis 500 Prozent über dem Branchenmindestlohn liegen. Nur so sicherst du dir wirtschaftlichen Handlungsspielraum und eine faire Vergütung für deinen Aufwand und dein Risiko.

So entwickelst du eine wirtschaftliche Stundenlohn-Strategie

Die wirtschaftliche Wirkung deines Stundenlohns entscheidet sich nicht im Taschenrechner, sondern in der Projektpraxis. Nur wenn du deine Auslastung realistisch planst und das Verhältnis zwischen fakturierbaren und nicht abrechenbaren Zeiten kennst, lässt sich eine tragende Preisstruktur im Handwerk aufbauen.

Neben deiner Marktposition und deinem Zielumsatz zählt vor allem, wie viele Stunden du belastbar abrechnen kannst. Dazu gehört auch alles, was eben nicht direkt vergütet wird: Übergaben, Angebotsphasen, Fahrtzeit auf der Baustelle oder kurze Rücksprachen mit dem Bauleiter.

Typische Zeitfresser, die du regelmäßig einplanen solltest:

  • Baustellenwechsel ohne direkte Abrechnung
  • Akquise- und Angebotszeiten
  • Rüst- und Wartezeiten auf Material oder Freigaben
  • Nacharbeiten und Mängelbeseitigung

Eine systematische Zeiterfassung hilft dir, diese Aufwände sichtbar zu machen. So gewinnst du Kontrolle über deine Auslastung und kannst gezielt gegensteuern, wenn du feststellst: Der tatsächliche Ertrag pro Stunde liegt unter Plan.

Ob du mit Excel-Tabellen arbeitest oder ein digitales Tool nutzt – entscheidend ist, dass du deine Zahlen regelmäßig überprüfst. Wer dabei auf professionelle Unterstützung setzt, kann frühzeitig Engpässe erkennen und die Stundensatzoptimierung als echten Hebel für mehr Wirtschaftlichkeit nutzen.

Typische Fehler bei der Abrechnung von Stundenlohnarbeiten – und wie du sie vermeidest

Wenn bei der Stundenlohnabrechnung die Grundlagen fehlen, wird es schnell teuer. Viele Honorarverluste entstehen, weil formelle Vereinbarungen nicht sauber fixiert sind. Besonders häufig passiert das:

  • Arbeitsbeginn ohne schriftliche Zustimmung oder Auftragsbestätigung
  • Keine oder zu vage Kostenschätzung vor Ausführung
  • Beginn der Arbeiten ohne vorherige Anmeldung beim Auftraggeber
  • Unvollständige, lückenhafte oder verspätete Stundenerfassung

Solche formellen Fehler führen dazu, dass Leistungen abgelehnt oder deine Vergütung gekürzt wird. Denn ohne belastbare Grundlagen kann sich dein Auftraggeber rechtlich absichern – auf deine Kosten.

Stundenzettel sind hier kein Nebenprodukt, sondern entscheidend für deinen Vergütungsanspruch. Sie halten fest, was geleistet wurde, und bilden die Basis für eine nachvollziehbare Prozesserklärung. Ohne diese Nachweise wird es schwer, im Streitfall das Budget zu verteidigen.

Merke: Wer die Spielregeln der Abrechnung kennt und einhält, sichert sich nicht nur bezahlte Rechnungen, sondern auch rechtlichen Rückhalt im Projektverlauf.

Jetzt unseren Podcast hören

 

Ein Muss für ausführende Handwerksbetriebe im VOB-Projektgeschäft!
Werde aktiver Treiber im professionellen Bauablauf und lerne, wie du deine Projekte im VOB- Projektgeschäft stressfreier, planbarer und profitabler durchführen kannst.

 

VOB-konforme Abrechnung: Was du bei Stundenzetteln und Nachweisen beachten musst

Viele verlassen sich auf mündliche Absprachen, wenn es schnell gehen soll. Doch ohne schriftliche Vereinbarung zur Stundenlohnarbeit gemäß § 2 Abs. 10 VOB/B riskierst du deinen Vergütungsanspruch. Damit deine Stundenlohnarbeiten überhaupt abrechenbar sind, müssen sie vor Arbeitsbeginn klar und schriftlich vereinbart sein. Alles andere lässt sich im Streitfall kaum belegen.

Wichtig ist auch, dass du deinen Aufwand sauber dokumentierst. Die VOB/B fordert, dass du jeden Stundenzettel werktäglich oder spätestens einmal wöchentlich übergibst. Nur so kannst du deine Leistungen vollständig nachweisen und deine Bauvertragspflicht erfüllen. Fehlende oder verspätete Nachweise schwächen deine Position und erhöhen das Risiko von Kürzungen.

Wenn du mit der Dokumentation zu spät dran bist oder Lücken entstehen, greift § 15 VOB/B. Dann wird oft geschätzt, wie viel du wohl gearbeitet hast. Das liegt fast nie in deinem Interesse. Der tatsächliche Aufwand wird nicht anerkannt, und am Ende fehlt dir bares Geld.

Merke: Wer seine Leistungen lückenlos belegt und die Vorgaben der VOB/B einhält, sichert sich eine rechtlich abgesicherte Abrechnung. So schützt du deinen Cashflow und beugst Streitigkeiten mit dem Auftraggeber vor.

Zwischen Kalkulation und Realität: Was bleibt am Ende wirklich übrig?

Von dem, was du als Bruttostundensatz auf dem Papier stehen hast, bleibt oft weit weniger übrig als gedacht. Zwischen 50 und 60 Prozent sind in vielen Betrieben schon durch Fixkosten, Rücklagen, Vorsorge und Steuern verplant, bevor du einen Cent verdienst.

Der Betrag, der als Netto-Einkommen tatsächlich auf deinem Konto landet, zeigt klar, wie wichtig eine gezielte Liquiditätssteuerung ist. Gerade wenn Aufträge schwanken oder Zahlungsläufe sich verzögern, brauchst du Reserven, auf die du dich verlassen kannst.

Damit deine Gewinnmarge nicht durchrutscht, ist es entscheidend, regelmäßig zu kontrollieren, ob deine Kalkulation noch zum tatsächlichen Aufwand passt. 

Eine ehrliche Nachkalkulation, kombiniert mit konsequenter Zeiterfassung, gibt dir dabei die nötige Entscheidungssicherheit. Nur wenn du deine Betriebsrentabilität im Blick hast, kannst du gezielt gegensteuern und deinen Betrieb wirtschaftlich führen. So steuerst du nicht nur dein Einkommen als Selbstständiger aktiv, sondern auch deinen wirtschaftlichen Erfolg.

Mit Beratung zum wirtschaftlichen Erfolg: So unterstützt dich Continu-ING

Wenn du in der Praxis feststeckst und jede Stunde zählt, brauchst du mehr als nur technische Fachkenntnis. Kalkulation, Nachweise und Fristen werden im Projektgeschäft VOB schnell zur Stolperfalle – gerade, wenn lückenhafte Dokumentation oder unklare Vereinbarungen ins Spiel kommen.

Continu-ING bietet dir aktive Unterstützung auf der Baustelle. Mit systematischer Beratung für Handwerker bringen wir Struktur in dein Vorgehen und zeigen dir, wie fundierte Nachweise aussehen, wie du rechtssicher kalkulieren lernst und welche Maßnahmen deinen wirtschaftlichen Erfolg sichern. Du willst Klarheit statt Chaos und Entscheidungen mit Rückendeckung treffen?

FAQ

Wie hoch sollte der Stundenlohn für selbstständige Handwerker angesetzt werden?

Ein wirtschaftlich tragfähiger Stundenlohn Selbstständiger Handwerker liegt deutlich über dem Tariflohn angestellter Kräfte. Warum? Du trägst nicht nur die Arbeitslast, sondern auch die volle Verantwortung für Betriebsausgaben, Versicherungen, Steuern, Vorsorge und Ausfallzeiten. Dein Ziel: Mindestens 300–500 % über dem branchenüblichen Mindestlohn zu liegen. In vielen Gewerken bedeutet das 90–120 Euro pro Stunde – je nach Kostenstruktur und Marktumfeld.

Was gehört in die Kalkulation für einen tragfähigen Stundenlohn?

Die Basis jedes Angebots ist dein Selbstkostenpreis. Er ergibt sich aus allen laufenden Fix- und Betriebskosten (z. B. Miete, Versicherung, Fahrzeugkosten), Sozialabgaben, privaten Vorsorgeaufwendungen und einem realistischen Gewinnaufschlag. Daraus leitest du deinen Stundenlohn als Selbstständiger ab – bezogen auf etwa 1.200 fakturierbare Stunden pro Jahr. Ohne diese klare Struktur wird jeder Auftrag zum Risiko für den Cashflow.

Warum ist es riskant, sich am Mindestlohn zu orientieren?

Der gesetzliche oder tarifliche Mindestlohn ist nicht auf Solo-Selbstständige oder Handwerksbetriebe ausgelegt. Er deckt weder betriebliche Fixkosten noch unternehmerische Risiken. Wer seinen Stundenlohn als Selbstständiger Handwerker zu knapp kalkuliert, fährt Verluste – trotz voller Auftragsbücher. Eine zu niedrige Vergütung mindert deinen Handlungsspielraum, gefährdet Rücklagen und lässt keinen Spielraum für Investitionen.

Pauschalpreis oder Stundenlohn – was ist besser?

Beides hat Vor- und Nachteile. Die Stundenlohnabrechnung bringt Transparenz, verlangt aber eine lückenlose Dokumentation. Pauschalpreise bieten Planungssicherheit, bergen jedoch das Risiko von Nachträgen und Mehraufwand. In der Praxis hat sich eine Mischkalkulation bewährt: Pauschale für die Kernleistung, Stundenlohn für Zusatzaufwand. Damit kannst du flexibel auf Projektveränderungen reagieren – und deine Vergütung absichern.

Was passiert, wenn ich meine Stunden nicht korrekt erfasse?

Unvollständige oder verspätete Stundenzettel führen regelmäßig zu Vergütungsproblemen – das zeigt die Erfahrung im Baualltag. Ohne klare Absprachen nach VOB/B (§ 2 Abs. 10) und belastbare Nachweise kann dein Kunde Leistungen kürzen oder ablehnen. Wer sauber dokumentiert, wahrt seinen rechtlichen Anspruch und schützt den eigenen Cashflow.